Perrier: «Ich habe alles versucht, aber es ist Zeit für etwas Neues»

  • Nach 16 Jahren als Fussballprofi schlägt Michaël Perrier ein neues Kapitel auf und beginnt einen neuen Lebensabschnitt als Physiotherapeut. (freshfocus)

Vor sieben Monaten erlitt Michaël Perrier einen Herzstillstand. Nun hat sich der 32-jährige Walliser entschieden, seine Karriere als Fussballprofi zu beenden. Er hatte alles versucht und sich schliesslich dazu entschlossen, seiner Gesundheit und seiner Familie den Vorzug zu geben. Der Mann mit 362 SFL-Spielen hofft, seine Erfahrungen weitergeben zu können.

Das Leben von Michaël Perrier änderte sich am Nachmittag des 18. Mai, als die Mannschaft des FC Stade-Lausanne-Ouchy einen Ausflug zum Kartfahren machte. Als Opfer eines Herzstillstands infolge einer Herzmuskelentzündung wurde der Walliser sofort von seinen Teamkollegen betreut, vor allem von Vincent Rüfli, der ihn sofort reanimierte. Perrier wurde daraufhin umgehend ins Spital geflogen. Es folgten drei Tage Koma, zweieinhalb Wochen stationäre Kontrolle und eine Operation, in welcher ihm ein Defibrillator implantiert wurde. «Ich habe es absolut nicht kommen sehen. Es gab keine Warnzeichen», erklärt der Betroffene mehr als sieben Monate nach dem Vorfall. «Heute fühle ich mich gut, fast so, als wäre nichts passiert. Es gibt keine psychischen Folgen, da ich mich an den Unfall nicht erinnern kann. Vielleicht werde ich heute etwas schneller müde als zuvor auf dem Spielfeld...»

In den vergangenen Monaten hat Perrier alles versucht, um den Anschluss als Fussballprofi wieder zu finden. Dazu integrierte er sich wieder ins Team des FC Stade-Lausanne-Ouchy und in die gemeinsamen Trainings. Am 26. November fiel dann die definitive Entscheidung aufgrund zweier Kardiologen. «Die Spezialisten rieten mir eindeutig davon ab, wieder mit Hochleistungssport anzufangen», erklärt Perrier. Er, der als Spieler für seine Hartnäckigkeit und seine Zweikampfstärke bekannt war, holte auch noch eine zweite Meinung eines Experten für Alternativmedizin ein. «Eine leichte Entzündung im Herz-Bereich ist immer noch da und bei dieser Diagnose machte es bei mir Klick. Ich habe alles versucht, aber ich will nicht mit dem Feuer spielen und mein Leben riskieren. Deshalb setze ich fortan neue Prioritäten, will gesund bleiben und für meine Familie da sein. Das heisst für seine Frau Nadia und seine kleine Tochter Aria, die am 1. September zur Welt kam.

Physio-Diplom und weitere Ambitionen
Nach seiner Entscheidung, die Karriere zu beenden, schwankt Perrier verständlicherweise zwischen Enttäuschung und Optimismus. «Ich war überzeugt, dass mir noch einige schöne Jahre als Fussball bevorstehen würden», resümiert der Ex-Nationalspieler sichtlich bewegt. «Aber ich weiss auch, dass ich auch in meiner neuen Karriere viele schöne Momente erleben werde, die genauso spannend sind, wie es mein Fussballerleben war.»

Ende März 2022 wird Perrier seine Ausbildung zum Physiotherapeuten abschliessen. Parallel zu seinem Abschlusspraktikum wird er die beiden Physios von SLO versuchen zu unterstützen, um so in der Nähe der Mannschaft und seiner Kollegen bleiben zu können. «Ich würde den Kontakt zu ihnen gerne aufrechterhalten. Wir werden sehen, ob sich eine Lösung finden lässt. 16 Jahre lang durfte ich in einer aufregenden Welt leben, die ich geliebt habe. Ich bin dem Fussball enorm dankbar und ich möchte meine Erfahrung in diesem Bereich weitergeben.»

Der Cupsieg, die Initialzündung und der Aufstieg
Ein Blick auf Perriers Weg zeigt, dass er davon eine Menge weitergeben kann. Der ehemalige Verteidiger bestritt 362 Spiele in der Swiss Football League (42 Super League/316 Challenge League/4 Barragespiele), stand in drei Sprachregionen der Schweiz unter Vertrag und wurde als absoluter Teamplayer überall geschätzt. Ihm gelangen in seiner Karriere zwölf Tore, darunter auch ein Doppelpack beim 2:1 gegen den SC Kriens am 28. September 2019 (siehe Video).

«In allen sechs Klubs habe ich schöne Momente erlebt. aber natürlich bleibt der Cupsieg 2015 mit dem FC Sion gegen Basel einzigartig. Es gibt als Walliser nichts Schöneres, als Teil des Teams gewesen zu sein, das den 13. Titel holen konnte», schwärmt Perrier noch immer mit leuchtenden Augen. «Ich erinnere mich auch gerne an meine zwei Jahre beim FC Chiasso (2010 bis 2012) wo ich von Mattia Croci-Torti (heute Trainer in Lugano) und Raimondo Ponte immer gut behandelt wurde und unter welchen ich reifen und mich weiterentwickeln konnte. Im Team herrschte auch ohne grosse sportliche Erfolge immer eine tolle Atmosphäre. Und dann war da natürlich noch der historische Aufstieg mit SLO im Jahr 2019, bei dem ich nicht von Anfang an dabei war. Ich stiess erst im Januar zum Team, da hatte man schon elf Punkte Vorsprung. Die Jungs hatten die meiste Arbeit also schon erledigt. Aber ich habe diese fantastischen Emotionen trotzdem genossen.»

Emotionen wird Michaël Perrier auch auf seinem neuen Karriereweg noch viele weitere erleben.

Perriers einziger Karriere-Doppelpack

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